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[Märchen] Sterntaler (02.01.2010)

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Die Sterntaler

Es war einmal ein kleines Mädchen, dem war Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, daß es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr hatte, darin zu schlafen, und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte.
Es war aber gut und fromm. Und weil es so von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld.
Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach: »Ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungerig.« Es reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte: »Gott segne dir's«, und ging weiter.
Da kam ein Kind, das jammerte und sprach: »Es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann.« Da tat es seine Mütze ab und gab sie ihm. Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen an und fror: da gab es ihm seins; und noch weiter, da bat eins um ein Röcklein, das gab es auch von sich hin.
Endlich gelangte es in einen Wald, und es war schon dunkel geworden, da kam noch eins und bat um ein Hemdlein, und das fromme Mädchen dachte: »Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weggeben«, und zog das Hemd ab und gab es auch noch hin.
Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter blanke Taler; und ob es gleich sein Hemdlein weggegeben, so hatte es ein neues an, und das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag.
Brüder Grimm


Kurzanalyse

Selbstlos gibt das Kind alles her und am Ende regnet es blanke Taler vom Himmel und es ist reich für sein Lebtag. Sterntaler regnet es heutzutage nicht vom Himmel, stattdessen erfahren wir über Milliardenlöcher in den diversen Kassen.
„ Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert,“ hieß es früher.
Ursprünglich wohl entstanden, weil häufig Neugeborene einen Taler für den Start ins Leben geschenkt bekamen, sozusagen als Startkapital.
Das Kind gibt alles her und wird belohnt.
Wenn wir heute etwas abgeben, ohne darauf zu schielen, was wir dafür bekommen, vielleicht regnet es keine Taler, aber stattdessen etwas anderes. Lassen Sie sich in und von 2010 überraschen.



über den Artikel

Dieser Artikel wurde am 02.01.2010 um 09:01 Uhr von Amos Ruwwe erstellt. Er wurde bis jetzt 374 mal aufgerufen und besteht insgesamt aus 477 Wörtern.

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