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[Märchen] Muttergottesgläschen (02.10.2009)

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Es hatte einmal ein Fuhrmann seinen Karren, der mit Wein schwer beladen war, festgefahren, so daß er ihn trotz aller Mühe nicht wieder losbringen konnte.
Nun kam gerade die Mutter Gottes des Weges daher, und als sie die Not des armen Mannes sah, sprach sie zu ihm 'ich bin müd und durstig, gib mir ein Glas Wein, und ich will dir deinen Wagen frei machen.'
'Gerne,' antwortete der Fuhrmann, 'aber ich habe kein Glas, worin ich dir den Wein geben könnte.'

Da brach die Mutter Gottes ein weißes Blümchen mit roten Streifen ab, das Feldwinde heißt und einem Glase sehr ähnlich sieht, und reichte es dem Fuhrmann. Er füllte es mit Wein, und die Mutter Gottes trank ihn, und in dem Augenblick ward der Wagen frei und der Fuhrmann konnte weiterfahren.

Das Blümchen heißt noch immer Muttergottesgläschen.

Kurzanalyse
Herbstzeit ist Weinzeit. Überall wird nun der Wein geeerntet und die Besenwirtschaften haben geöffenet.
Ein Gläschen hier und ein Gläschen da, so macht mancher hier im Taubertal eine Radtour.

Die gemeine Ackerwinde ist ein nicht gern gesehenes Kraut im Hausgarten.

Mit einem Gläschen neuem Wein und dieser Geschichte im Hintergrund, sehen Sie das Kraut nun anders an, in Ihrem Nutzgarten.
Zum Wohle, einen sonnigen Herbst wünsche ich allen.

über den Artikel

Dieser Artikel wurde am 02.10.2009 um 10:10 Uhr von Amos Ruwwe erstellt. Er wurde bis jetzt 428 mal aufgerufen und besteht insgesamt aus 260 Wörtern.

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